Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa: Das müssen Sie wissen
Durchfall, Bauchschmerzen und Blut im Stuhl: Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung im Dickdarm, die in Schüben verläuft. Die Symptome treten mal stärker, mal schwächer auf und können für Betroffene sehr belastend sein.
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um eine passende Therapie ohne Komplikationen beginnen zu können. Mit der richtigen Behandlung, einer bewussten Ernährung und ärztlicher Begleitung gelingt es vielen Betroffenen, ihren Alltag weiterhin aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.
Das sollten Sie über Colitis ulcerosa wissen:
- Colitis ulcerosa Definition
- Symptome und Verlauf von Colitis ulcerosa
- Colitis ulcerosa Ursache
- Colitis ulcerosa Diagnostik
- Therapie bei Colitis ulcerosa
- Leben mit Colitis ulcerosa
- Colitis ulcerosa Risikominimierung
In den häufigsten Fragen finden Sie die wichtigsten Informationen.
- Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms.
- Symptome sind Durchfälle, Bauchschmerzen und Blut im Stuhl.
- Als Ursachen gelten Genetik, Immunstörungen und Umweltfaktoren.
Colitis ulcerosa Definition
Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. Meistens beginnt die Entzündung im Enddarm und breitet sich dann auf den ganzen Dickdarm aus. Häufige Beschwerden sind dadurch Bauchkrämpfe oder Durchfall. Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass genetische, immunologische sowie umweltbedingte Faktoren zusammenwirken.
Die Krankheit ist nicht zu verwechseln mit Morbus Crohn. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind beides Darmerkrankungen. Bei Colitis ulcerosa tritt die Entzündung allerdings im Dickdarm und nur auf der obersten Darmwandschicht auf, bei Morbus Crohn ist sie im gesamten Darmtrakt und in allen Darmwandschichten möglich.
- Hinweis: Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind die beiden häufigsten Darmerkrankungen. In Deutschland sind etwa 400.000 Personen von Colitis ulcerosa betroffen, 250.000 von Morbus Crohn.
Symptome und Verlauf von Colitis ulcerosa
Bei Betroffenen entzündet sich der Dickdarm, wodurch sich Geschwüre an der Schleimhaut bilden. Diese verursachen Beschwerden wie Blutungen oder Bauchschmerzen. Wie die Krankheit genau verläuft, ist unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden.
- Chronisch-rezidivierend: Meistens verläuft Colitis ulcerosa in Schüben. Dabei wechseln sich akute Schübe mit Entzündungen und symptomfreie Schübe ab. Die Dauer dieser Schübe ist variabel.
- Chronisch-kontinuierlich: Seltener haben Betroffene auch zwischen den Schüben anhaltende Symptome.
- Fulminant: In den wenigsten Fällen treten die Symptome bei einer Colitis ulcerosa plötzlich auf.
Typische Symptome während eines Colitis-ulcerosa-Schubs sind blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe sowie ein häufiger, oft auch nächtlicher und mit Schmerzen verbundener Stuhlgang. Bei einigen treten zudem Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber auf.
Zusätzlich sind bei Colitis ulcerosa auch Begleiterscheinungen wie Gelenkbeschwerden, Entzündungen der Augen oder Hautausschläge möglich. Bei einem langjährigen Krankheitsverlauf besteht darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.
Colitis ulcerosa Ursache
Die Ursachen für die Entzündung sind bisher noch nicht bekannt. Es wird angenommen, dass die Krankheit durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgelöst wird.
- Genetische Faktoren: Auch wenn Colitis ulcerosa nicht direkt vererbbar ist, scheint es eine genetische Veranlagung zu geben. Vor allem wenn nahe Verwandte betroffen sind, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Colitis ulcerosa zu erkranken.
- Immunologische Faktoren: Colitis ulcerosa zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Betroffene haben eine geschwächte Darmbarriere. Dadurch können Bakterien in die Darmwand eindringen, was das Immunsystem aktiviert und eine Entzündung bewirkt.
- Umweltfaktoren: Es wird davon ausgegangen, dass die Ernährung, bestimmte Medikamente und auch Rauchen mit der Entstehung von Colitis ulcerosa zusammenhängen.
- Psyche: Stress und psychische Belastungen sind keine Ursachen für Colitis ulcerosa. Allerdings können sie die Krankheit erschweren und Schübe auslösen.
Colitis ulcerosa Diagnostik
Zur Diagnostik von Colitis ulcerosa erfolgen mehrere Schritte und Untersuchungen.
1.
Anamnese
2.
Laboruntersuchungen
3.
Bildgebende Verfahren
Eine Anamnese ist der erste Schritt für die Diagnose. In einem Gespräch werden demografische Daten, Beschwerden sowie familiäre Vorerkrankungen besprochen. Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung. Der Bauch wird abgetastet, um Entzündungen festzustellen.
Als nächstes werden Blut- und Stuhluntersuchungen durchgeführt, um eine Colitis ulcerosa diagnostizieren zu können. So können Werte gemessen werden, die auf Entzündungen oder Blutarmut hinweisen.
Im dritten Schritt werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Bei einer Darmspiegelung wird die Darmschleimhaut direkt untersucht und es können Gewebeproben entnommen werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung können betroffene Stellen erkannt und abgebildet werden. Auch ein MRT oder ein CT liefern hilfreiche Bilder zur Diagnose.
Therapie bei Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa ist nicht heilbar. Es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, die Beschwerden lindern, Schübe verhindern und die Lebensqualität von Betroffenen verbessern. Welche Therapie oder welche Behandlungskombination geeignet ist, hängt von der individuellen Situation und dem Ausmaß der Entzündung ab.
Zur Behandlung werden häufig entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Wenn die Erkrankung schwer verläuft, können Immunsuppressiva oder Biologika helfen.
Reichen Medikamente nicht aus, kann eine Operation eine Möglichkeit darstellen. Dabei wird der Dickdarm entfernt und mit einer aus einem Teil des Dünndarms geformten Tasche ersetzt. Durch eine Operation ist eine Zeit lang oft ein Stoma notwendig.
Als Folge der Durchfälle und Appetitlosigkeit kann es bei Betroffenen zu Mangelerscheinungen kommen. Um diesen vorzubeugen, ist häufig auch eine Ernährungstherapie sinnvoll. Zu beachten ist hier eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung schlecht verträglicher Lebensmittel.
Da der Alltag mit Colitis ulcerosa wie auch die Behandlung für Erkrankte belastend sein können, kann eine psychologische Unterstützung in Form von einer Therapie oder einem Austausch mit anderen Betroffenen wichtig sein.
Leben mit Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa begleitet Betroffene meist ein Leben lang. Folgende Tipps können den Alltag jedoch erleichtern und die Lebensqualität verbessern.
Eine angepasste Ernährung kann helfen, Schübe besser zu bewältigen. Betroffene sollten individuell herausfinden, welche Lebensmittel sie gut vertragen. Hierbei kann ein Ernährungstagebuch hilfreich sein. Wichtig ist es, genug zu trinken, ausgewogen zu essen und auf blähende Nahrungsmittel zu verzichten.
Da Stress Schübe und Symptome begünstigen kann, sollte Entspannung regelmäßig gefördert werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Achtsamkeits- oder Yogaübungen, aber auch andere Wege, die persönlich als entspannend empfunden werden.
► Mehr Tipps zum Stressmanagement finden Sie hier.
Sport kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Regelmäßige Bewegung stärkt nicht nur den Körper, sondern verbessert auch das allgemeine Wohlbefinden und kann ebenfalls helfen, Stress abzubauen.
Auch ein offener Umgang mit der Krankheit kann erleichternd sein. Im persönlichen Umkreis entsteht so mehr Verständnis, im Gespräch mit anderen Betroffenen können Tipps ausgetauscht werden.
Bei Colitis ulcerosa ist es wichtig, die aktuelle Krankheitsphase zu berücksichtigen. In beschwerdefreien Zeiten können Alltag, Ernährung und Bewegung aktiver gestaltet werden, während in akuten Schüben Schonung und Rücksicht auf den Körper im Vordergrund stehen sollten.
- Hinweis: Im Normalfall haben Menschen mit Colitis ulcerosa keine geringere Lebenserwartung.
Colitis ulcerosa Risikominimierung
Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind für Menschen mit Colitis ulcerosa besonders wichtig. Da das Risiko für Darmkrebs bei langjähriger Erkrankung erhöht ist, sollten Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Auch das Infektionsrisiko ist durch eine Colitis ulcerosa und ihre Behandlung höher, weshalb der Impfschutz geprüft werden sollte.
Das Immunsystem kann durch Gewohnheiten wie regelmäßiges Händewaschen, Bewegung, ausreichend Schlaf, genügend Flüssigkeit und eine gesunde Ernährung gestärkt werden. Auf Rauchen und Alkohol sollte verzichtet werden. Durch einen bewussten Lebensstil lassen sich Rückfälle oft vermindern und die Lebensqualität spürbar verbessern.
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Antworten auf die häufigsten Fragen
Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms. Typisch sind blutiger Durchfall, Bauchschmerzen und Schübe mit wechselnden Beschwerden.
Die genaue Ursache von Colitis ulcerosa ist nicht bekannt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus einer genetischen Veranlagung, einer gestörten Immunreaktion und Umweltfaktoren wie Lebensstil oder Ernährung.
Colitis ulcerosa ist bisher nicht heilbar. Mit einem angepassten Lebensstil lassen sich die Beschwerden jedoch lindern, Schübe verringern und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Die Behandlung von Colitis ulcerosa umfasst in erster Linie Medikamente, die Entzündungen lindern und Schübe kontrollieren. In manchen Fällen kann eine Operation notwendig sein. Außerdem spielen eine angepasste Ernährung sowie die Unterstützung der psychischen Gesundheit eine wichtige Rolle.
Aufgrund von Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Durchfall ist eine ausgewogene Ernährung, die den Körper mit allen Nährstoffen versorgt, besonders wichtig. Betroffene sollten darauf achten, individuell verträgliche Lebensmittel zu wählen und solche zu meiden, die Beschwerden verstärken.
Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Meist verläuft Colitis ulcerosa in Schüben: Phasen mit Entzündung und Beschwerden wie blutigem Durchfall, Bauchschmerzen, häufigem Stuhlgang oder Müdigkeit wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab.
Stress gilt nicht als direkte Ursache von Colitis ulcerosa, kann aber Schübe begünstigen oder bestehende Beschwerden verstärken. Daher sind Entspannung und Stressabbau wichtige Bestandteile im Umgang mit der Erkrankung.
Bei Colitis ulcerosa sind regelmäßige ärztliche Kontrollen zur Darmkrebs-Vorsorge wichtig. Ergänzend können unter anderem Blutwerte und Impfstatus kontrolliert werden.
Betroffene können Unterstützung durch spezialisierte Fachärzte, eine Ernährungsberatung, Selbsthilfegruppen und psychologische Begleitung erhalten.
Unsere geschulten Berater informieren Sie gerne kostenlos und beantworten Ihnen telefonisch Ihre Fragen zu allen pflegerelevanten Themen und einem selbstbestimmten Leben im Alter.












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